Als Partiri haben sie den 1. Platz des Make It Lean Contest 2020/21 belegt und 5.000€ für ihr Startup gewonnen.
Ihre Idee einer Sharing-Plattform für alle, die zum Teilen von Gegenständen bereit sind, um damit nachhaltigen Konsum zu fördern und die Umwelt zu schonen, fand Anklang bei den Gründern von Fainin, die das selbe Ziel verfolgen. So kam es zu einer Fusion der beiden Sharing-Apps, nun sind Partiri als Fainin unterwegs um ihr nachhaltiges Projekt weiter voranzutreiben.

Wir finden es spannend mit anzusehen, wie sich Teams weiterentwickeln, die im Kontakt mit dem Startup Incubator Berlin standen oder auch stehen. Sei es in einem unserer Programme, oder eben bei unserem Gründungswettebwerb, dem Make It Lean Contest.
Deshalb haben wir noch ein paar Fragen an das Team von Partiri/Fainin gestellt, um mehr über die Gründer und ihr Projekt zu erfahren:

Wie seid Ihr auf den Make It Lean Contest aufmerksam geworden?

Damals haben wir noch unter dem Namen unseres ehemaligen Projektes „Partiri.App“ am Make It Lean Contest teilgenommen. Wir wurden von einer Freundin aus der Partiri-Family auf mehrere Contests hingewiesen. Da wir uns bei der IT-Entwicklung und Community-Roadmap auf einen „Leanen“ Ansatz fokussieren, haben wir uns direkt von Anfang an mit dem Wettbewerb identifiziert. Außerdem haben wir uns mit unserem sozialen, nachhaltigen und Community-orientierten Geschäftsmodell hohe Gewinnchancen ausgerechnet.

Der MILC hat uns über den Community-Boost und das Preisgeld noch viel weiter geholfen: Die Gründer von unserem größten Konkurrenten „Fainin“ wurden auf uns aufmerksam und haben uns angeboten die beiden Sharing Apps zu fusionieren. Wir können ihnen viel bei dem Community-Building und Marketing helfen und wir profitieren von den bestehenden Partnerschaften wie zum Beispiel Versicherung und Zahlungsdienstleister, sowie der IT-Infrastruktur. Ganz nach dem Partiri-/Fainin-Prinzip: Win-Win für alle Beteiligten, denn #TeilenIstDasNeueHaben.

Wie und wann habt Ihr als Startup-Team zusammengefunden?

Wir haben Partiri.App im November/Dezember 2019 ins Leben gerufen. Am Anfang haben wir mit Umfragen und Business-Plan gestartet, aber mit dem Fortschritt des Projektes lernen wir konstant weiter und launchen diesen Sommer auch die App unter dem Namen „Fainin“ – Find Anything In Your Neighbourhood.

Johann und ich (Max) kennen uns aus unserem International-Management-Studium – wir hatten im Rahmen eines Kurses zusammengearbeitet und gemeinsam von den Vorteilen einer sicheren Sharing-Community geträumt. Nachdem wir unser Projekt ein wenig in unserem sozialen Umfeld kommuniziert haben wurde uns unser IT-Genie, Kevin, vorgestellt. Er hat sich sehr mit unserem Traum identifiziert und konnte schließlich mit unserem Businessplan überzeugt werden dabei zu sein. Seit diesem Tag wachsen wir immer mehr zusammen und sind jetzt schon zu Freunden fürs Leben geworden.
Außerdem durften wir unsere jeweiligen Bachelor-/Master-Thesen über unser Projekt schreiben:

  1. „Das optimale Geschäftsmodell in der kollaborativen Industrie“  – Maximilian Lehmann
  2. „Akzeptanz Merkmale von Sharing Lösungen“ – Kevin Mattutat
  3. „Finanzierungsmöglichkeiten von Pre-Seed-Plattformen“ – Johann Lißner

Das gesammelte, theoretische Wissen hat uns geholfen, unser Sharing Projekt so erfolgsversprechend wie möglich zu gestalten. Es ist verblüffend wie viele Bücher den Aufstieg der Sharing Economy, beziehungsweise die Vorteile von kollaborativen Ansätzen behandeln: Zum Beispiel Jeremy Rifkin’s „Die Null Grenzkosten Gesellschaft“, in dem er beschreibt wie das Internet der Dinge und kollaborative Zusammenarbeit zu dem Rückgang von globalen Produktionskosten führen. Damit prophezeit er die Neu-Orientierung der Gesellschaft zugunsten einer gemeinschaftlich orientierten Gesellschaft. Ein Traum der uns drei stark wirklich verbindet, mit dieser Überzeugung betonen wir gerne unser Motto #TeilenIstDasNeueHaben, bzw. #SharingIsTheNewOwning.

Wie seid Ihr auf das Problem gestoßen, dass Ihr mit Eurer Gründungsidee lösen wollt?

Die Idee kam mir (Max) nach meinem Umzug von dem 105-Einwohner-Dorf „Metzenhausen“ nach Hamburg. Ich hab mich direkt in die Stadt verliebt, aber anfangs hat mir die zwischenmenschliche Nähe aus seiner Heimat des Hunsrücks gefehlt. Als einen Hauptgrund für die geringere Verbundenheit erkannte ich früh, dass sich die Leute gegenseitig in Städten nicht kennen. In Metzenhausen kennt sich jeder. Deshalb unterstützen sich die Leute gegenseitig. Es ist ganz normal, dass Familie Lehmann mit allen Nachbarn teilt: zum Beispiel den Rasenmäher und die Party-Ausrüstung für jährliche Geburtstage. Das führt zu Kommunikation und festigt das Vertrauen weiter.

Fainin soll genau das auf der ganzen Welt ermöglichen. Mit einem sicheren und automatisierten Verifizierungs- und Leihsystem Vertrauen innerhalb der Sharing Community schaffen.“

Was ist Euer wichtigstes Ziel in den nächsten 3 Monaten?

Wir wollen Fainins Application im Mai 2021 in einer Beta-Version veröffentlichen und mit ersten Interaktionen unsere Infrastruktur testen und optimieren. Fainin soll sich in unserem Freundeskreis etablieren und sukzessiv mit weiteren Funktionen vervollständigt werden. So können wir unsere Community per „Soft Launch“ schon im Sommer starten, um dann mit einem „Hard Launch“ und optimierter Infrastruktur die Gruppenfunktion zu etablieren. Diese soll der Startschuss für eine clusterartige Etablierung unseres Netzwerk sein: Zunächst positioniert sich Fainin als Sharing Netzwerk für Studenten in Universitäten, Sportlern in Vereinen und Nachbarn in Bezirken. So stellen wir sicher, dass die Mitglieder einen gemeinsamen lokalen Bezug haben und sich vielleicht sogar über unsere Interaktionsmöglichkeit befreunden.

Mit wem würdet Ihr gern mal einen Kaffee oder Tee trinken? Warum?

Wir würden gerne mal mit Brian Chesky, Nathan Blecharzyk und Joe Gebbia einen Kaffee trinken gehen. Das sind die Airbnb-Gründer, an die anfangs kaum jemand geglaubt hat. Ihnen wurden Aussagen wie „Das Geschäftsmodell funktioniert nicht“ oder „Würdest Du fremden Leuten vertrauen?“ an den Kopf geworfen. Aber statt sich unterkriegen zu lassen, haben sie einfach weiter gemacht und ihre Vision verwirklicht. Wir sind sehr inspiriert von ihrem Willen und dem Glauben mit ihrem Start-Up etwas Großes und Positives für die Welt und alle Beteiligten zu schaffen.